Vier Fragen an Peter Michael Dieckmann zu dem Buch „Drei Schlüssel zur Vergebung“

Wie bist du auf das Thema „Vergebung“ gekommen?

Mit dem Thema „Vergebung“ beschäftige ich mich schon seit vielen Jahren im Rahmen meiner Seminare. Kaum eine Erfahrung hat das Potential, unser Leben so entscheidend zu verändern wie Vergebung. Das Thema betrifft jeden Menschen, niemand kommt durch das Leben, ohne ab und an auch emotional verletzt zu werden. Auch Schuldgefühle sind emotionale Verletzungen, die wir nur dadurch heilen können, indem wir uns selbst vergeben. Ich bin vielen Menschen begegnet, die entweder sich selbst oder jemand anderem, beispielsweise ihrem Vater oder ihrer Mutter, vergeben wollten, es aber nicht schafften.

Was unterscheidet dein Buch von anderen Ratgebern zu diesem Thema?

Ich behaupte nicht, wie einige spirituelle Lehrer es tun, dass die absolute Vergebung sämtlicher leidvoller Erfahrungen eine unbedingte Voraussetzung für das persönliche Seelenheil sei. Vergebung ist meines Erachtens kein Anspruch, den man erfüllen müsste, um glücklich zu werden. Meine Botschaft ist vielmehr die »Erlaubnis «, entweder das eine oder das andere zu tun: Ich erlaube mir zu vergeben, ich erlaube mir, es nicht zu tun. Je nach Situation und Ereignis mal so und mal so. Die Erteilung der Erlaubnis für das eine beziehungsweise andere ist eine bewusste Entscheidung, die mich vom passiven Opfer meiner emotionalen Verletzungen und Schuldgefühle zum Agierenden werden lässt. Vergebung führt zwar nicht zum ultimativen Glück, aber sie bewirkt Heilung.

Gibt es eine zentrale Botschaft in deinem Buch?

Wir können Vergebung nicht erzwingen, wir können sie nicht erwarten, und wir können sie nicht einfordern. Sie findet statt. Und zwar dann, wenn der Zeitpunkt reif ist. Es gibt keinen „inneren Schalter“ für Vergebung. Vergebung ist ein Prozess der Heilung, der – sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind – von alleine einsetzt. Diesen Prozess kann man dann entweder in sich zulassen oder blockieren. Lasse ich ihn zu, kommt es zur emotionalen Heilung. Welches die Voraussetzungen sind und was man tun kann, um den Prozess zuzulassen, wird anhand von Fallbeispielen und Übungen in dem Buch beschrieben.

Der Untertitel des Buches erwähnt das „Dalmanuta Prinzip. Woher kommt der Begriff und was kann ich mir darunter vorstellen?

Dalmanuta ist ein kleiner Platz in Galiläa/Israel. Er liegt direkt am See Genezareth, zwischen Tabgha und Kapernaum. Einmal im Jahr fahre ich dort hin. Während eines dieser Aufenthalte habe ich über das Prinzip meiner Arbeit als Meditationslehrer und Seminarleiter nachgedacht. Als ich wieder zuhause war, habe ich meine Gedanken zu Papier gebracht und das Prinzip meiner Arbeit beschrieben. Da „das Kind einen Namen“ brauchte habe ich es nach dem Ort benannt, an dem es mir bewusst geworden ist. Kurz gesagt ist das Dalmanuta Prinzip eine Arbeitsweise, die von Seminarleitern und Coachs im Bereich der Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung angewandt werden kann. Die entscheidenden Schlagwörter lauten „bodenständig“, „verantwortungsbewusst“ und „auf gleicher Augenhöhe“.

www.dalmanuta-prinzip.de

 

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